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Mittwoch, 17. Februar 2016

Zugehörigkeit

Die Grundpfeiler jedes Systems sind:
  • Vertrauen/ Bindung / Zugehörigkeit
  • Struktur / Ordnung / Reihenfolge
  • Wissen/ Vision / Fähigkeiten
Stimmt die Kräfteverteilung im Wertedreieck dann existiert ein großer Handlungsspielraum. Störungen in der Beziehung zu den Grundpfeilern schränken den Handlungsspielraum ein


Die Zugehörigkeit steckt die Grenzen eines Systems ab. Die Art, wie mit Zugehörigkeit umgegangen wird, bestimmt den Grad des Vertrauens in ein System.

Durch die Flüchtlinge wird uns dieser Zusammenhang vor Augen geführt. - Wer gehört dazu, wer nicht und warum?
Was passiert, wenn jemand plötzlich nicht dazu gehört?
Es ist für uns alle eine Existenzfrage dazu zugehören. 
Was nehmen wir alle in Kauf, damit wir dazu gehören und ab wann wird es unerträglich?
Wie gehen wir damit um und wie fühlt es sich an, wenn wir ausgeschlossen werden oder jemanden ausschließen?
Was braucht es, damit wir dazu gehören und es sich gut anfühlt dazuzugehören?

Systemische Strukturaufstellungen helfen dabei zu solchen Fragen Antworten zu geben und Ruhe in ein aufgewühltes System zu bringen.



Mittwoch, 10. Februar 2016

Gehorsamkeit

Eine Meisterin suchte eine Nachfolgerin und hatte eine Vielzahl von potentiellen Nachfolgerinnen zur Auswahl.  Um die passende Frau zu finden, beschloss sie allen eine Aufgabe zu stellen.

Sie versammelte die Frauen um sich und verkündete, dass jene unter ihnen, die den besten Steg am Wasser bauen würde, ihre Nachfolgerin werden würde.

Begeistert machten sich ihre Schülerinnen an die Arbeit und bis zum frühen Nachmittag hatten alle jeweils einen eigenen Steg gebaut.
Die Meisterin ging nun die Stege ab und musterte die Werke. Doch sie hatte an allen etwas auszusetzen.
Enttäuscht zogen sich die Schülerinnen zurück und verbrauchten einen unruhige Nacht. Am nächsten Morgen stellte die Meisterin erneut die Aufgabe eine Steg zu bauen und wiederholte, dass jene, die den besten Steg bauen würde, ihr nachfolgen sollte. Und erneut machten sich die Schülerinnen an die Arbeit - bis auf eine. Diese verbrachte den Tag anstelle der Arbeit mit FreundInnen, Musik, Spass und Tanz. Die anderen verlachten sie, dass sie so schnell aufgegeben hätte und fühlten sich stärker und besser als sie. Und unter vollem Einsatz rissen die anderen Frauen bis zum frühen Nachmittag die alten Stege ab und ersetzten sie durch neue. 

Als sie alle fertig waren, ging die Meisterin erneut durch die Reihen und erneut hatte sie an allen Stegen etwas zu kritisieren. Die Schülerinnen waren ratlos und traurig - bis auf jene, die ihren Steg so belassen hatte, wie er am Tag zuvor war.

Als am nächsten Tag erneut der Arbeitsauftrag lautete einen Steg zu bauen, beschlossen fünf weitere Frauen ihr Werk so zu belassen wie es war.
Die andern hingegen machten sich wieder mit Eifer ans Werk und verlachten all jene die den Tag anders verbrachten.
Und so verstrichen noch etliche Tage, doch nie war die Meisterin mit einem Steg zufrieden, und mit jedem Tag hörten mehr und mehr Frauen auf, neue Stege zu errichten.
Zu guter Letzt blieb nur noch eine einzige Frau über, die immer wieder ihren Steg aufs Neue abriß und neu errichtete in der Hoffnung nun endlich das richtige Werk errichtet zu haben.
 
Die Meisterin blickte freundlich und gleichzeitig ernst auf die Frau und fragte mit ruhiger Stimme: "Was muss eigentlich passieren, bist du entdeckst, dass nur du selbst der Maßstab dafür sein kannst, wie der beste Steg aussieht?"

Während die Frau ungläubig der Meisterin hinterher blickte, wandte sich diese jener Frau zu, die nur einmal einen Steg errichtet hatte. "Es freut mich, dass ich eine würdige Nachfolgerin gefunden habe", verkündete die Meisterin und überreichte der mutigen Frau, die von Anfang an zu sich und ihrem Werk gestanden war, den Ring wahrer Größe und innerer Gehorsamkeit. "Es gehört viel Mut dazu, zu sich selbst und seinem Werk zu stehen auch ,wenn man dafür von niemanden gelobt sondern vielleicht sogar verlacht wird", lächelte die Meisterin der jungen Frau zu, die mit einem breiten Lächeln im Gesicht den Ring entgegen nahm und mit warmer Stimme bekräftigte "Ja, auf sich selbst zu hören, mit sich selbst verbunden zu sein, das ist die wahre Herausforderung im Leben, das habe ich von Dir gelernt. Danke"

Montag, 1. Februar 2016

Veränderung

Wenn du etwas über eine Kultur lernen möchtest, höre Dir an, welche Geschichten erzählt werden - wenn du etwas (ver)ändern möchtest, erzähle neue Geschichten.

Fotograf: Michael Rajiv Shah www.misha.at

Die Wahrheit und die Religion

"Der Teufel und ein Kobold gingen auf der Straße hinter einem Mann her und sahen, wie der sich plötzlich bückte und ein Stück der Wahrheit vom Boden aufhob. Der Kobold wandte sich an den Teufel: »Schau dir das an, jetzt ist es vorbei mit uns, was bleibt uns jetzt noch zu tun?« Der Teufel schmunzelte angesichts der Naivität des Kobolds und erwiderte: »Sei unbesorgt. Er mag ein Stück der Wahrheit gefunden haben, doch jetzt werden wir ihm helfen, eine Religion daraus zu machen...«


Bildurheber: Michael Rajiv Shah www.misha.at

Dienstag, 27. Januar 2015

Ökologie und Permakultur - Linkliste

Eine kleine Linksammlung zum Nachgucken und Schmöckern in Sachen Natur, Kreisläufe und Wissen über Zusammenhänge - wird laufend ergänzt.














Selbstversorgung

Das Thema Selbstversorgung hat derzeit viel Energie und Anziehungskraft.
Menschen, die genau wissen wollen, was im Essen drinnen ist, die große und kleine Zusammenhänge erkennen und danach handeln wollen und die den 9 to 5 Rhythmus unserer verrückten Welt entkommen und nach ihren inneren Zyklen leben wollen, finden sich unter diesem Wortschirm.
Mich zieht alles drei an - ein Grund, Orte zu sammeln, die es ausprobieren und tolle Vorbilder sind, was und wie der Weg dorthin mögilch ist.

Eine Linkliste für Selbstversorger und jene, die was darüber wissen wollen:

http://experimentselbstversorgung.net/

http://autarkieshop.wohnwagon.at

http://theownerbuildernetwork.co

https://www.facebook.com/pages/100-Unzertifiziert-100-Reines-Gewissen-Selbstversorgerprojekt-in-Ungarn/657582591024248

http://www.selbstversorger.de/

http://www.selbstvers.org/forum/

http://www.die-selbstversorger.de/

http://www.selbstversorgung.at/

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Mann oder Frau versus Weiblich und Männlich

Oft lese ich von der natürlichen Ordnung , die zwischen Mann und Frau bestehen würde. Ausgedrückt wird das manchmal durch den Satz:

"Die Frau folgt dem Mann, und der Mann dient der Frau"

In unserer Zeit erwecken derartige Ausdrücke viel Emotion, insbesondere der erste Halbsatz wird von vielen als Provokation verstanden und letztlich ist es auch so, dass sowohl Frauen als Männer immer wieder versuchen ihren angestrebten Status moralisch/ethisch zu begründen. 
Bei obigen Satz schauen dann die Männer wahrscheinlich auf den ersten Teil des Satzes und die Frauen auf den zweiten. 

 Aber worum geht es wirklich?
Lassen wir mal Frau und Mann weg. Eigentlich geht es um das männliche und das weibliche Prinzip. Spätestens seit G. Jung wissen wir, dass in uns Menschen sowohl männliche als auch weibliche Aspekte wirken - unser Animus und unsere Anima.

Es geht daher nicht um den Führungsanspruch von Mann ODER Frau  - es geht um männliche UND weibliche Persönlichkeitsanteile und zwar innerhalb jedes Menschen. 

Bauen wir den obigen Satz entsprechend um, dann heißt es:

Das Weibliche folgt dem Männlichen, das Männliche dient dem Weiblichen.

Wie ist das zu verstehen?

Dazu ist es notwendig sich mit den archetypisch männlichen und weiblichen Anteilen auf dieser Welt zu beschäftigen. Die Chinesen haben es sehr schön durch Yin und Yang zum Ausdruck gebracht. Es geht um Polaritäten, die zu einander stehen wie zwei Seiten einer Medaille - die eine kann nicht ohne die andere. Da die Begriffe "folgen" und "dienen" historisch aufgeladen sind, ist es wahrscheinlich besser, sie durch etwas anderes zu ersetzen. Da es um einander bedingende Gegensatzpaare handelt, bietet sich das Wort "brauchen" am besten an - somit heißt es eigentlich:

Das Weibliche braucht das Männliche, das Männliche braucht das Weibliche. 

Wer die Welt daher aus dieser Perspektive betrachtet, erkennt, es geht nicht um Führung  oder Dienen. In Wirklichkeit geht es darum die jeweils eigenen Persönlichkeitsanteile weiblich/männlich in ein stimmiges Gleichgewicht zu bringen und beiden Anteilen jenen Raum zu geben, den sie brauchen. 

Solange man diesen Ausgleich noch nicht erreicht hat, entsteht ein besonderer Fokus in der "Außenwelt" auf jenen Persönlichkeitsanteil, der noch mehr Entwicklung braucht.
Aufgrund unserer Erziehung ist es klar, dass die meisten Frauen ihre männlichen Anteile unzureichend kennen und leben, andererseits den meisten Männern oft gar nicht bewußt ist, dass auch sie weibliche Persönlichkeitsaspekte in sich tragen. 

Jene die, die alte Ordnung erhalten wollen, weil sie Angst vor ihrer zweiten inneren Hälfte haben, meinen dann oft, Gegensätze ziehen sich an und wenn wir alle ein ausgeglichenes Verhältnis von weiblich/männlich in uns tragen, dann werden wir alle zu einem Neutrum und gehen keine Mann/Frau Beziehungen mehr ein, weil es hier dann keine Anziehung mehr gäbe.

Nun das glaube ich nicht. 
Einerseits bin ich mir sicher, werden wir in uns selbst nie einen 50:50 Status erreichen, da wir alle für eine Seite eine gewisse Vorliebe entwickeln, andererseits gibt es nicht nur das Sprichwort: "Gegensätze ziehen sich an", sondern es zeigt sich auch "Gegensätze stossen sich ab". 
Es gibt dann keine gemeinsame Basis und man versucht, den anderen Pol als negativ darzustellen, weil man sich besonders mit dem eigenen gerade identifiziert - das führt dann zum Geschlechterkampf und zu Konkurrenz und zu all den Mann/Frau Beziehungsverwirrungen die wir alle gerade überall erleben.

Statt daher mit dem gegensätzlichen archetypischen Persönlichkeitsaspekt im Außen zu kämpfen, wird es für uns alle Zeit diesen in der eigenen Persönlichkeit zu entwicklen. denn wir brauchen beide um uns ganz zu fühlen. 

Erst dann sind wir wirklich unabhängige Menschen, die freie Entscheidungen treffen und Bindungen eingehen können, die auf Achtung, Liebe und gegenseitigem Respekt basieren.